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Second Life vs. Google Earth

Mai 22, 2007

Bereits in meinen vorhergehenden Posts bin ich darauf eingegangen, welche Möglichkeiten das Second Life Portal in Ansätzen für die Felder der Stadtplanung und des Stadtmarketing birgt.

 

In der Recherche zum dieswöchigen Posts habe ich mich einmal im Internet umgeschaut welche Bestrebungen seitens verschiedener Kommunen oder kommunalen Verbände bereits zu einzelnen Frage- und Aufgabenstellungen im Bezug auf die Verknüpfung Online-Plattform und kommunale Präsentation bestehen, welche geplant sind und was noch weitere Optionen für die Zukunft sind.

 

Die Erlebbarkeit einer Stadt, erzeugt durch die Silhouette die Wahrnehmbarkeit von Stadträumen im Allgemeinen und die Darstellung zentraler Punkte wie z.B. Monumentalbauten ist m.E. ein wesentlicher Bestandteil der repräsentativen Darstellung einer Stadt, eines Stadtraums im World Wide Web.

 

Der Service eines Online Stadtplans ist bei Ortsfremden seit je her die erste Option sich auf einem fremden Terrain zurecht zu finden. Diese erste aber zugegebenermaßen älteste und Überholteste Version der städtischen Außendarstellung und des persönlichen zurecht findens wird schon seit geraumer Zeit im Internet zur Verfügung gestellt und bietet gerade für Darstellungen oder Fragestellungen wie:

 

„Ich suche eine Route von A nach B“, oder „wie komme ich am schnellsten vom Bahnhof zum Stadtpark“,

 

die gängigste und auf kurze Sicht einfachste Methode sich zu Recht zu finden.

 

Durch die Bereitstellung von Google Earth vollzog sich in den letzten Jahren eine Wende.

Die panische Suche nach einem geeigneten Stadtplan wird mit der Benutzung der Google Earth Plattform fast überflüssig.

Nahezu flächendeckend werden Luftbildkarten zur Verfügung gestellt die mithilfe einer Suchfunktion, praktisch aus dem Orbit anzusteuern sind und auch die verborgensten, auf den Luftkarten verlinkte, Orte finden und in guter Qualität darstellen.

Durch das sich öffnen des Portals gegenüber der Online Community wird erreicht, dass nicht nur auf der Karte verlinkte Ortsnamen die Navigation erleichtern sondern darüber hinaus auch Dinge wie „Sehenswürdigkeiten“ „Verkehrsnetze“ „Hotels“ u.v.m. mit den vorgegebenen Karten, koordinatengenau verlinkt werden können.

Das Schaffen einer solchen Plattform, mit georeferenzierten Daten, die eine genaue Ortsbestimmung und Koordination räumlicher Merkmale ermöglicht ist allerdings noch lange nicht das Ende der Google- Earth – Fahnenstange wie das Beispiel Berlin zeigt.

 

Beispiel Berlin:

 

Entnommen der Website: http://www.3d-stadtmodell-berlin.de/online/3d/seite0.jsp

 

Zitat: „Der Berliner Senat und die Berlin Partner GmbH haben in der Zeit von November 2003 bis Dezember 2005 im Rahmen eines Pilotprojektes ein amtliches, virtuelles 3D-Stadtmodell entwickelt.

Dieses Modell ermöglicht – als Teil einer 3D-Geodaten-Infrastruktur – vielfältige Nutzungen in der Berliner Verwaltung und in der Wirtschaft.“

 

Einwurf: Verwendete Software und weitere Informationen zu dieser (einen Besuch wert!)

http://www.3dgeo.de/google_earth_solutions.aspx

 

Dieses Projekt ist m.E. eines der zukunftsweisendsten Projekte die ich im Internet ausmachen konnte. Mit Hilfe der Google Earth Technologie bietet Berlin georeferenzierte, amtlich abgesegnete, 3D Konstruktionen an, die über die Google Earth Software in einer Form der zukunftorientierten Außendarstellungen, der breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Das Prinzip hierbei ist in einer Kurzfassung die Erstellung drei Verschiedener Klassen an 3D-Modellen:

 

 

 

  • LOD-1 (Blockmodell)
  • LOD-2 (Geometriemodell mit Dach)
  • LOD-3 (Architekturmodell)
  • LOD-4 (Architekturmodell mit Innenräumen)

 

 

LOD 1 (Level of Detail 1): „Dem Modell liegen im Innenstadtbereich Berlins etwa 44.000 Gebäude in einfacher Darstellung zugrunde. Von diesen sind etwa 500 besonders bedeutende Gebäude mit Fotos der dazugehörigen Gebäudefassaden versehen.“

LOD 3 (Level of Detail 3): „Weitere 40 herausragende Gebäude bzw. Gebäudekomplexe liegen in detaillierter Architekturdarstellung vor, bei der neben den Fassaden auch Fassadenelemente wie beispielsweise Erker oder Säulen herausgearbeitet wurden.“

LOD 4 (Level of Detail 4): Zudem liegen zurzeit vier ausgewählte Gebäude in der höchsten Darstellungsstufe vor. Diese Gebäude können virtuell betreten und besichtigt werden. Es handelt sich um das Reichstagsgebäude, den neuen Berliner Hauptbahnhof, das Sony-Center und das Olympiastadion.

kleines-detail.jpg

(LOD 1, die einfachste Methode der Darstellung im „Berliner Modell“) gendarmenmarkt_3d.jpg

(LOD 3 + LOD 4, sehr detaillierte Darstellung der städtischen Architektur und Stadträume)

 

Diese Einteilung in Klassen zeigt wie Komplex ein das Vorhaben sein kann, wenn man es mit einer Millionen Metropole zu tun hat.

Die Möglichkeiten und Perspektiven die die Umsetzung der Berliner allerdings ermöglichen sind nicht nur innovativ und zukunftsorientiert sondern zeigen auch ganz neue Wege der Planung, mit und für die Bürger auf.

Beispielsweise bieten die Macher des „Berliner-Modells“ folgende Anschauungsbeispiele an:

„Um einen Eindruck von der Arbeitsweise und dem Nutzen des amtlichen Modells zu vermitteln, können in diesem Modell „Planspiele“ am Beispiel des Palasts der Republik und einem Entwurf für das Berliner Stadtschloss durchgeführt werden, wie sie im Entwurfs- und Planungsprozess der Stadtentwicklung alltäglich sind. Darüber hinaus kann im Innenstadtbereich der ehemalige Verlauf der Berliner Mauer angezeigt werden, der in der Realität ein „Mauerstreifen“ war.“

 

baumkataster.jpg

(Baumkataster, als Beispiel planerischer Darstellung in Google Earth)

 

Bereits an diesen zwei Möglichkeiten kann man sehen wie breit gefächert ein solcher Einsatz der Plattform Google Earth doch sein kann. Ob Stadtplanerische Vision oder historische Aufarbeitung, nichts ist dabei unmöglich.

Google Earth Daten vereinbar mit Second Life Source ?

 

Der erste Schritt (Veröffentlichung und Nutzungserlaubnis der SL Source Codes) die Second Life Plattform zu revolutionieren und deren Potential auszuschöpfen ist zwar schon vier Monate alt könnte aber, ganz nach Beispiel von Google Earth, zu mehr Schwung und Innovationen auf der Plattform führen.

Bereits heute kann man virtuelle Versuche innerhalb des Second Life Universums entdecken,

Stadtteile von größeren Städten nachzubilden, zugegebenermaßen mit mehr oder weniger Erfolg (siehe NY-Times-Square XD).

Ohne mich jetzt noch zu früh oder zu schnell in die Materie zu vertiefen, sehe ich ein großes Potential in der Verknüpfung von Google- Earth mit Second Life.

Und die unabstreitbar sinnvollen Ansätze der Berliner Vorreiter zeigen, dass mit innovativen Ideen, vieles erreicht werden kann.

Der Schritt von der 2D- Darstellung eines Stadtplans zu der Google Earth 2D-Darstellung mit Mitarbeitscharakter (Öffnung gegenüber der Community) bis hin zur 3D- Darstellung Berlins lässt hoffen.

Die fehlenden Komponenten „Kommunikation“ und die Vorteile eines direkten „Erlebbar-machens“ der 3D Konstruktionen könnten in eine Plattform, wie sie Second Life darstellt, integriert werden.

Aber dazu bald noch mehr ……

Der Beerbaum

 

 

 

Ein Kommentar

  1. Jetzt kann man sich das komplette 3D-Stadtmodell von Berln unter Google Earth anschauen. Auf der Firmenseite von virtualcitySYSTEMS findet man eine Browseranwendung.

    http://www.virtualcitysystems.de/2-info/google-earth/berlin.html

    Gruß Dominik



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